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Samstag, 4. September 2010
 
 
 
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Triumpf des Geistes über das Fleisch PDF Drucken E-Mail
oder wie der VC Lahnstei überraschende Rheinland-Pfalz Meister 2010 im Mixed Volleyball wurde

(Drama in 10 Akten mit Epilog)

1. Akt: Die erste Überraschung des Tages. Die Mannschaft (also der Teil, der gemeinsam reist) fährt planmäßig (!) um 08:30 Uhr los.

2. Akt: Die nächste Überraschung . Die Mannschaft trifft (mit nur einem einzigen kurzen „Verfahrer“, weil die Besatzung des Führungsautos es mal wieder besser wusste als das bordinstallierte Navigationssystem) RECHTZEITIG zur Hallenöffnung in Oppenheim ein.

3. Akt: Die Spielleitung versucht, das Team mit einer bereits vorgenommenen Auslosung und der Mitteilung, dass wegen Unflexibilität einiger rheinhessischer Schiedsrichter noch nach alten Spielregeln (vor 2010) gepfiffen wird, zu überraschen. Der gut geplante Trick misslingt jedoch, weil das Team beschlossen hat, auf solch dilettantisch offensichtliche Provokationen nicht zu reagieren.

4. Akt: Das Team beschließt die Erfolgsstrategie des Turniers: Gewinn eines Spiels in der Vorrunde, dadurch Erreichen der Zwischenrunde, danach Gewinn eines Spiels in der Zwischenrunde und Erreichen des Halbfinals, das dann irgendwie gewonnen wird. Das Problem, dass die Kräfte des erkrankten Zuspielers nur für 2,9 Spiele reichen werden, wird zur Lösungsfindung an einen noch zu bildenden Ausschuss verwiesen.

5. Akt: Die Teamstrategie ist nach den Vorrundenspielen bereits geplatzt. Beide Spiele wurden dummerweise gewonnen, wobei im ersten Spiel ein 8:12 Rückstand im Entscheidungssatz nicht zur Niederlage reichte. Dadurch hat die Mannschaft zum ersten Mal in der Geschichte alle Vorrundenspiele einer RLP-Meisterschaft gewonnen. Der Spielführer bietet der Mannschaft wegen dieser Katastrophe den Rücktritt an, der jedoch abgelehnt wird.

6. Akt: Zwischenrunde: Die alten Lieblingsgegner FluFos Ludwigshafen (die nach 10 Jahren heißer Duelle immer noch nicht verraten haben, was nun bitteschön FluFos bedeutet) gehen empört nicht auf den vom Spielführer des VCL in geheimer Sitzung gemachten Vorschlag ein, sich den ganzen Mist zu schenken und erst im Entscheidungssatz bei 10:10 zu beginnen (um beider Kräfte zu sparen und weil es in den letzten Duellen immer 3 Sätze mit Zwischenstand 10:10 im 3.Satz gab). Beim Spielstand von 10:10 im Entscheidungssatz geben die FluFos in der Auszeit zu, dass es doch besser gewesen wäre, so zu verfahren. Aus Verärgerung gewinnt daraufhin der VCL mit 16:14 nach Abwehr eines Satzballs unglücklich den 3. Satz.

7. Akt: Zu spät hat der VCL die perfide Strategie der FluFos erkannt. Die gewinnen doch glatt mit 2:0 gegen die Uni Mainz und sind dadurch sicher im Halbfinale, während der VCL noch mindestens einen gewonnenen Satz gegen die Uni Mainz braucht. Schon vor dem Spiel sind alle Schmerztabletten verbraucht, der Magnesiumvorrat erschöpft. Zudem braut sich auch in der anderen Zwischenrundengruppe Unheil zusammen. Der TV Niederlahnstein und die„Jäger des verlorenen Satzes“ Landau haben jeweils das erste Spiel gewonnen. Da beide Lahnsteiner Mannschaften immer gleichzeitig spielen und die Häuptlinge des VCL und des TVN in einer weiteren geheimen Sitzung beschlossen haben, dass beide Teams nach München zu den Süddeutschen Meisterschaften fahren, was nur gelingen kann, wenn nicht beide im Halbfinale aufeinandertreffen, müssen beide Teams den gleichen Platz in der jeweiligen Zwischenrundengruppe belegen. Dummerweise haben die Häuptlinge der FluFos Ludwigshafen und der „Jäger des verlorenen Satzes“ Landau eine ebenso geheime Konferenz mit analogem Beschluss gefasst. Welche List wird nun aufgehen ? Strategie des Rheinlands: Gewinn des ersten Satzes durch den VCL mit anschließendem sofortigen Rückzug des männlichen Spielerpersonals und logischerweise darauffolgendem, zwingendem Spielverlust ( = 2. Platz) bei gleichzeitiger Niederlage des TVN ( = 2. Platz) oder aber die Strategie der Pfalz (Niederlage der Landauer = 2. Platz bei einkalkuliertem Sieg des VCL gegen Mainz und dadurch 2. Platz für die FluFos). ????

8. Akt: Der VCL setzt seinen „game-plan“ unbeirrbar genial in die Tat um . Die Spieler(Innen) sind hochkonzentriert. Sie vergessen alles um sich herum, konzentrieren sich nur auf ihr eigenes Spiel. Wie geplant wird der erste Satz gegen Mainz gewonnen. Die Mannschaftsmitglieder blinzeln sich verschwörerisch zu und verlieren den 2. Satz so geschickt, dass niemand auf die Idee kommen könnte, dass dies Teil eines strategischen Manövers ist. Unglücklicherweise hat wegen der ganzen Konzentriererei niemand auf den Spielstand der anderen Gruppe geachtet, in der der TVN zu dämlich war, um ein Spiel zu verlieren, Trotz aller miesen Tricks des TVN waren die Landauer besser im Nichtgewinnen. Die strategische Kommission des VCL tritt in der Pause zum 3. Satz zusammen um diese unerwartete Situation zu überdenken. Mit 1:0 Stimmen bei 8 Enthaltungen beschließt die Kommission, den 3. Satz zu gewinnen, um die Dinge wieder gerade zu rücken.

9. Leider besteht die Uni Mainz-Mannschaft nur aus Geisteswissenschaftlern, die die Grundrechenarten nicht beherrschen. Trotz dreimaligem Vorrechnen, dass nach dem Verlust des ersten Satzes wegen des 0:2 gegen die Flufos das Halbfinale für Mainz nicht mehr möglich ist, glauben sie an eine andere Mathematik. Sie freuen sich wie die Schneekönige nach dem Gewinn des dritten Satzes gegen den VCL, weil sie aus irgendeinem unerfindlichen Grund überzeugt sind, nun das Halbfinale erreicht zu haben. Als sie es dann endlich schwarz auf weiß lesen, dass sie ausgeschieden sind und der Satz fällt „ dann hätten wir uns ja gar nicht anstrengen müssen“ kommt es nur aufgrund des fortgeschrittenen Kräfteverlustes der männlichen VCL-Spieler nicht zu Handgreiflichkeiten.

10. Halbfinale: VCL und TVN stehen sich gegenüber. Der TVN zuversichtlich, hochmotiviert und siegessicher. Der VCL ,na ja eben anders. Beim 1:6 gegen sich im ersten Satz nimmt der TVN eine Auszeit und fragt sich, was den jetzt nun eigentlich abgeht. ZU SPÄT. Der VCL spielt konzentriert und gewinnt, ohne die Führung noch einmal abzugeben, den ersten Satz. Im 2. Satz trickst der TVN, und wechselt die Spielfeldseite . Der VCL ist einfach nur müde und will ins Bett oder ins nächste Krankenhaus. Aus diesem Grund ist die Mannschaft verärgert und genervt. Sie beschließt, dem TVN nicht eine einzige Führung zu gönnen und das Ganze schleunigst zu beenden. Und - völlig überraschend geht zum allerersten Mal an diesem Tag eine Taktik auf. !!! Der VCL gewinnt mit 2:0 gegen den TVN und hat sich somit für die Süddeutschen Meisterschaften in München qualifiziert.

11. Epilog: Die Spielleitung beschließt gegen die wütenden Proteste der Finalisten VCL und „Jäger des verlorenen Satzes“ Landau , wegen angeblich fortgeschrittener Uhrzeit das Finale nicht zu spielen. Währenddessen fällt der Zuspieler des VCL, in seinem eigenen Nusskuchen liegend, ins Koma und erfährt erst beim Aufwachen, dass der VCL durch Werfen einer Münze Rheinland-Pfalz-Meister geworden ist.


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